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Die Statue von Hans Tausen vor dem Dom zu Ribe.

 

Hans Tausen (1494-1561)

Es war nicht Hans Tausen, der eigenhändig die Reformation in Dänemark einführte, sondern seine große Persönlichkeit und seine phantastische Redegewandheit, die ihn als Anführer der dänischen Reformationsbewegung erscheinen ließen. Er predigte auf dänisch, welches dazu beitrug, dass seine Gottesdienste sehr beliebt waren.

Vom Katholiken zum Protestanten
Hans Tausen wurde im Jahre 1494 in Birkenden auf der dänischen Insel Fünen geboren. Er wurde früh in kirchlichen Schulen aufgenommen und studierte an verschiedenen Universitäten in Europa. Er besuchte unter anderem die Universität Wittenberg in den Jahren 1523-24. Hier wohnte er verschiedenen Vorlesungen und Predigten bei und stiftete so Bekanntschaft mit dem Gedankengut Martin Luthers (1483-1546). Hans Tausen hörte bei Luther selbst und schloß sich rasch dessen Bewegung an. Als er nach Hause mit seinen neuen Überzeugungen zurückkehrte und diese in der Kirche von Antvorskov vertrat, wurde ihm großer Wiederstand entgegengebracht. Aufgrund seiner lutherischen Überzeugungen wurde er an eine der Kirchen der dänischen Stadt Viborg versetzt. Doch auch hier war er bei der Kirchenleitung nicht wohlangesehen. Peder, der  Prior, versuchte ihn dazu zu überreden, die traditionellen Predigten wiederaufzunehmen, aber Tausen war in seiner Gemeinde beliebt, und Peder traute sich nicht, ihn als einen Ketzer ausrufen zu lassen. Stattdessen verbat Bischof Jørgen Friis, Hans Tausen in allen Kirchen von Viborg zu predigen.
 
König und Kirche
In Folge des neuen lutherischen Gedankenguts entstand ein Machtkampf zwischen der Kirche und dem König. König Frederik I. (1471-1533) hatte in seinen ersten Regierungsjahren die Protestanten bekämpft, aber dennoch stimmte er mit vieler ihrer Ansichten überein. Zum Beispiel war Luther der Auffassung, dass nicht der Papst oder die Bischöfe über die Kirche bestimmen sollten – sondern der König.
Die Bürger wurden zunehmend unzufriedener mit der katholischen Kirche. Insbesondere waren die vielen Bettelmönche eine Belastung für die Allgemeinheit. Die Mönche erbettelten Almosen für die Kirche, und um dem Höllenfeuer zu entkommen, kauften viele Bürger Ablaßbriefe. Die protestantische Kirche war anders. Hier war man der klaren Auffassung, Gott entscheide alleine, wer vom Höllenfeuer freigesprochen werde. Dieses bedeutete, dass man sich die Vergebung von Gott nicht erkaufen musste wie in der katholischen Kirche.
 
Die Refomation in Dänemark
Der einstige König Christian II. (1481-1559) hatte sich bereits den Prostestanten angeschlossen. Er wurde im Jahre 1523 von seinem Onkel, Frederik I., der ein glaübiger Katholik war, von seinem Thron vertrieben. Frederik I. war darüber besorgt, die Dänen könnten Christian II. auf den Thron zurückverlangen. Von daher wurde Hans Tausen durch Frederik I. unter königlichen Schutz gestellt, und der König machte es legal, Protestant zu sein. Nach dem Tod von Frederik I. im Jahre 1533 wurde das Land in die sogenannte ”Grevens Fejde” (”Die Grafenfehde”) hineingezogen, die nicht nur eine Abrechung zweier königlicher Linien miteinander darstellte: Der Vertriebene Christian II. gegen den Sohn Frederiks I., den späteren Christian III.. Sie waren zwar Vettern aber auch offizielle religiöse Gegner, da Christian III. zu dieser Zeit katholisch war.
Hans Tausen verbreitete weiterhin seine Botschaft. Im Jahre 1536 war die Reformation offiziell in Dänemark durchgeführt worden. Christian III. (1503-1559) ließ viele dänische Bischöfe verhaften und verleibte sich die Besitztümer der Kirche ein. Die Macht der Kirche wurde so geschwächt und die des Königs gestärkt.
Hans Tausen war von 1538-1542 Lehrer für Pastorenanwärter in Rolskilde, und von 1542 bis zu seinem Tode war er Bischof von Ribe. Hans Tausen übersetzte die Bibel in die dänische Sprache und schrieb eine Sammlung von Predigten, die herausgegeben wurde. Er schrieb auch einzelne Psalmen, und einige davon finden sich heute noch im Kirchengesangbuch und werden, fast 500 Jahre nach ihrer Entstehung, immer noch gesungen. Einer von ihnen heißt: ”Fra Himlen kom en engel klar” (Dt.: ” Vom Himmel stieg ein Engel klar herab”) und handelt von der Verkündung der Geburt Jesu und der Macht des Glaubens.
Quellen:
Jens Aage Poulsen: Da djævlen slap løs, Hans Tausen og reformationen i Danmark 1520-1540, 1994.
Torben Svendrup: Hans Tausen, Den danske Luther, 1994.
Bramming, Torben: Fire store ripensere, 250 års national identitet i en vanddråbe, 2008.
 
 
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